Die Toleranz der Anderen

Oktober 12, 2009

Ich kannte ein fabelhaftes junges Mädchen, dessen Gesicht in seiner Perfektion auf magische Weise nicht mal von mehreren Nasenhaaren getrübt werden konnte, die sich schwungvoll aus ihren großen Nasenlöchern wanden, aus denen sie zudem Unmengen von Zigarettenrauch stoßen konnte und manchmal, wenn der Wind auffrischte hörte ich die Guten leise rascheln. Einmal sprach ich sie darauf an und sie war daraufhin verstimmt, frug ob ich sie ungepflegt fände. Sie war mir wichtig und es war mir nicht wichtig und so log ich, dabei hätten jene Nasenhaare Albrecht Dürer zu einem ganz hervorragenden Stich inspiriert. Nach dem Aufrauchen einer Tabakpackung gab sie sich gerne gesund und kochte Bio und Öko für ihre Bio und Öko WG. Es war Lasagne und ich half ihr und rührte munter mit dem nachhaltig angebauten langen Löffel. Hier ein Topf mit fleischhaltigem, dort der grüne. Ich übersah den anderen Löffel und ging mit meinem vom einen in den anderen Topf. Es war unser letzter gemeinsamer Tag.

Zum einen der Umstand gestern um ein Mösenhaar siebenjähriges gefeiert zu haben. Und eben doch nicht, weil sie ja in mir abgestorben ist. Aus dem Tanzpuff geschlendert und an meinen ersten Besuch des Dorts gedacht – mit ihr. Zu allem Überdruss eben beim Umziehen noch Bilder aus einer anderen Welt und fast einem anderen Jahrtausend zwischen die Finger bekommen, erstaunlich emotionslos, abhakend.

Ich bin jeden Tag aufs neue überrascht wie gut es mir geht. Wo ist der Haken???

follow me, leader

April 18, 2008

Wie immer am Ende des zweiten Monats lackieren sie den Überdruss nichtrot. Das Gewissen jauchzt juchee, endlich tanzen sie auf dem Kompensationsbeziehungsball Pas-de-quatre. Wie in Polanskis „Tanz der Vampire“ sehen sie sich im Spiegelsaalspiegel, da sind nicht alle Mittanzenden tot, sie tanzen zu dritt – erstaunlicherweise nicht zu viert, er dekompensiert kondensierend. Tastet halbherzig nach Lymphknoten, doch die wachsen wohl erst am Ende des zweiten Monats. Oder glaubt, die zuletzt ausgeschissen zu haben, noch nicht sicher, er wird das weiter beobachten und uns dann Bericht erstatten.

Jedenfalls tritt er ihr dauernd auf die Füße, ist er es eben gewohnt, in vorigen Tänzen stets geführt zu haben.

in my face

April 18, 2008

Der Pilot beschloss auf einer Brücke zu landen, die starkbehaarte Stewardess fuchtelte links und rechts und oben ohne mit der einen Augenbraue zu zucken.

Die schwarz und gelb gestreifte Schwimmwespe war gerade dabei in meinen Tomatensaft zu tauchen, zauderte und stach, wurde mit einer Tüte beruhigt. Dort schwebte sie und atmete sich selbst, bis uns der Fußboden über die Ohren gezogen wurde.

Die Nacht spritzt mir ins verquollene Gesicht, als ich in der Sabberpfütze meines Nackenhörnchens aufwache.

Sitzte jetzt hier und befühle die Tasten v, g, h, b und n. Dä.

Circle of life

März 31, 2008

Wer kann sagen, er habe das Leben verstanden, wenn er nicht wenigstens ein Mal essend auf der Toilette gesessen ist.

Was, wenn ich an einem lauen Sommerabend mit Dir in der Oper sein darf und danach, in der Dämmerung gerade auf den Stufen vor der Oper, dich küsse – und dann ganz einfach verpuffe?

You oughta know

März 29, 2008

Der Samstagabendbrennpunkt der anderen flimmert, vor meinen Augen flimmerst unaufhörlich Du. Zum Frühstück kaufen sie sich Mammon. Kopfschüttelnd nicke ich, applaudiere mit den Augenlidern. Ich gebe den Beifahrersitz auf – genug von materiellen Seitenblicken. Guck mal, der neue RS. Ich flüchte vor dem Erguss auf die Rückbank. I scratch my nails down someone elses backseat, I hope you feel it. Well, can you feel it?